Bezirk Oberpullendorf: Schulen nehmen ukrainische Kinder auf

Offene Türen mit Friedensbotschaften empfangen Schüler und Besucher in der Berufsorientierten Mittelschule Stoob.

Nach über 2 Monaten Krieg in der Ukraine besuchen mittlerweile rund 25 ukrainische Kinder und Jugendliche die verschiedensten Schulen im Bezirk Oberpullendorf. Sie mussten vor dem Krieg in ihrer Heimat flüchten und sind innerhalb der vergangenen Wochen – meist nur mit ihren Müttern – nach und nach im Bezirk angekommen.

BEZIRK. Ihnen durch den Schulbesuch in dieser Ausnahmesituation zumindest einen geregelten Tagesablauf, ein bisschen Ablenkung und „Normalität“ zu ermöglichen, ist ein wichtiges Anliegen. Ebenso, wie die Vermittlung von Deutschkenntnissen.

Großes Engagement

Die zuständige Schulqualitätsmanagerin Christina Schlaffer betont, wie engagiert die Teams in den einzelnen Schulen die neuen Schüler aufnehmen: „Obwohl schon die Covid-Situation so fordernd war und ist, sind alle bemüht, den bestmöglichen Rahmen für die Aufnahme der Kinder zu schaffen. Auch die Hilfsbereitschaft in den Ortschaften ist sehr groß“, betont sie.

Kinder altersgerecht eingestuft

Gleich 5 Kinder aus der Ukraine besuchen die Mittelschule Stoob. Direktor Simon Horvath ist beeindruckt von der großen Hilfsbereitschaft im Lehrerteam und ebenso aus der Bevölkerung. „Die Schüler werden bei uns altersgerecht eingestuft, besuchen den Unterricht ihrer Klasse und wir organisieren so viel wie möglich Deutsch-Förderung“, berichtet Horvath. Die Sprachbarriere sei da, aber teilweise seien sogar schon private Freundschaften entstanden.

Lernwillig

„Wir haben einen russischsprachigen Schüler, der beim Übersetzen hilft. Einige der ukrainischen Schüler können auch sehr gut Englisch. Ansonsten hilft das Handy als universelles Übersetzungsmittel“, beschreibt er die Kommunikation. Dir. Horvath betont, wie auch die Kolleginnen und Kollegen von anderen Schulen, die große Motivation der Neuankömmlinge: „Die Schüler sind sehr begeistert und lernwillig. Einige saugen die neue Sprache auf wie Schwämme. Langsam beginnen sie auch wieder zu lächeln, dann geht einem das Herz auf!“

Manchmal mit Händen und Füßen

3 ukrainische Schüler besuchen die Volksschule in Neckenmarkt. Auch hier engagiert sich das Lehrpersonal, um die Kinder bestmöglich zu unterstützen. „Ein Bub besucht schon seit mehreren Wochen die 3. Klasse bei uns“, erzählt Direktorin Christine Heinrich. „Mittlerweile ist er voll integriert und fällt kaum noch auf im Klassenverband.“ Deutsch und auch Englisch kommen zum Einsatz und auch mal Hände und Füße. Nach den Osterferien kamen dann noch zwei Schülerinnen dazu. Direktorin Heinrich berichtet, dass die Kinder neben dem österreichischen Unterricht auch von ihren ukrainischen Schulen online weiter betreut werden, wo das möglich ist. So behalten sie Kontakt zu ihren Mitschülern und Lehrern. Auch in Neckenmarkt war die Hilfsbereitschaft groß.

Auch Jugendliche

Jeweils 2 Jugendliche besuchen seit den Osterferien auch den Unterricht der Keramikschule in Stoob, und in der Polytechnischen Schule. Dabei nehmen sie am praktischen Unterricht in den Werkstätten teil, besuchen den Englisch-Unterricht und andere Gegenstände, bekommen Förderunterricht in Deutsch. Auch in vielen, vielen anderen Schulen, besonders Volksschulen, des Bezirks von Lutzmannsburg bis Weingraben sind in den vergangenen Wochen einzelne ukrainische Kinder aufgenommen und integriert worden.

Normalität bieten

Überall ist eins klar: das Thema Krieg soll für die Kinder in der Schule nicht im Mittelpunkt stehen. Die Schulen wollen Kontakt zu Gleichaltrigen bieten, den Spracherwerb fördern und ein klein bisschen Normalität in der Ausnahmesituation bieten.
Für wie lange, das steht in den Sternen, wie so vieles andere für die Flüchtlinge dieses grausamen Krieges in unserer Nachbarschaft.