So schützt du dich erfolgreich dagegen

Organisierter Betrug

Betrüger haben alle möglichen Tricks auf Lager um ihre Opfer dazu zu bewegen Geld zu überweisen oder wichtige Daten preiszugeben.

Wir leben in einer Zeit in der betrügerische Anrufe und Cyberattacken leider zum Alltag gehören. Der Bereich Kriminalprävention der Landespolizei Salzburg klärt über die Methoden  der Betrüger und erklärt wie man sie erkennt und was man als Opfer tun sollte.

SALZBURG. Fast jeder kennt sie, diese dubiosen Anrufe, bei denen eine zumeist männliche Stimme einem am Telefon bei „Problemen“ mit dem eigenen Computer „helfen“ möchte. Doch das Meer des Betrugs ist groß und weit und wird bevölkert von vielen mehr solcher Maschen.  

Methoden der Betrüger

Im Gespräch mit den RegionalMedien Salzburg teilt die Abteilung Kriminalprävention der Landespolizei Salzburg viele nützliche Informationen zu aktuellen Betrugsschemata und der erfolgreichen Identifikation dieser.

Die Problematik ist sehr komplex und weitreichend. Laut den Beamten ist der Deliktsbereich Betrug und Erpressung sehr breitgefächert und enthält eine Fülle verschiedener Phänomene und Methoden, die sich zum Teil auch sehr dynamisch entwickeln. Zum einen gibt es die bereits seit längerem bekannten Phänomene wie Schockanrufe und Erpressungs-Emails, welche unverändert immer wieder wellenartig auftreten. Zusätzlich werden diese bekannten Phänomene von den Tätern auch permanent weiterentwickelt und verändert. Dabei tauchen auch immer wieder ganz neue Betrugsmaschen auf.

Es gibt jedoch auch einige Klassiker, die sich bei Betrügern nicht nachlassender Beliebtheit erfreuen. Zum Beispiel Betrugs- und Erpressungsversuche, bei denen behauptet wird, man sei von der Polizei oder Staatsanwaltschaft um Menschen dann mit schockierenden Behauptungen zu konfrontieren und zum Überweisen von Geld oder Bekanntgeben von Kreditkartendaten zu verleiten.

Die Betrüger versuchen vor allem an Geld zu gelangen. Entweder direkt durch Erpressung oder indirekt durch das erschleichen von Bankdaten.
Die Betrüger versuchen vor allem an Geld zu gelangen. Entweder direkt durch Erpressung oder indirekt durch das erschleichen von Bankdaten.Foto: Symbolbild: Pixabay hochgeladen von Philip Steiner

Ein weiterer solcher Klassiker sind die sogenannten Microsoft-Anrufer. Dabei geben Personen vor Microsoft-Mitarbeiter zu sein und der angerufenen Person beim beheben eines Problems am Computer helfen zu wollen. Dabei wird versucht das Opfer zum installieren einer Fernwartungssoftware zu bewegen. Geschieht dies, haben die Betrüger freies Spiel, denn sie können nun auf alle Daten und Funktiones des Geräts zugreifen. 
Dies nutzen die Täter meistens um Geldüberweisungen durchzuführen oder den Computer zu sperren und für die Entsperrung wiederum einen Geldbetrag zu verlangen.

Eine aktuelle Methode im Bereich des Verkaufsbetrugs ist die sogenannte FEDEX-Masche. Dabei kontaktieren die Betrüger Personen, die etwas im Facebook-Marketplace verkaufen wollen. Sie gaukeln Interesse an dem jeweiligen Produkt vor und versprechen das Geld über einen seriösen Transportdienst wie „UPS“ oder „FEDEX“ an den Verkäufer zu senden. Der Bote, der den Umschlag überbringt, würde dann das Paket mit dem verkauften Inhalt mitnehmen. Als Nächstes fragt der Betrüger nach den Kontaktdaten des Opfers. Schnell kommt nach der Bekanntgabe dieser Daten eine E-Mail von dem angeblichen Transportdienst. Diese enthält dann die Bitte, eine „Umschlagsversicherung“ von 50 Euro über eine Paysafecard in Vorleistung zu geben, welches ihr angeblich danach zurückerhaltet. Diese Karten gibt es an jeder Tankstelle und in Supermärkten. Der Betrüger verlangt dann als Nachweis ein Foto von der Paysafecard. Schickt man dieses, schnappt die Falle zu. Der Betrüger kann nämlich den Code auf dem Foto nutzen, um sich das PSC-Guthaben auszuzahlen. 

Weitere sehr gängige Maschen sind im Bereich des Anlage-/Investmentbetruges und Betrügereien über WhatsApp. Bei den WhatsApp-Betrügereien werden Bekanntschafts- oder Vorgesetztenverhältnisse vorgetäuscht und der Nachrichtenempfänger wird zu einer Geldüberweisung verleitet.

Betrugsversuche erkennen

Die Betrugs-und Erpressungshandlungen lassen sich laut der Abteilung für Kriminalprävention vor allem durch ihren kleinsten gemeinsamen Nenner erkennen. Es geht immer um Geld oder persönliche Daten, zum Beispiel Kreditkartendaten oder Zugangsdaten zum E-Banking. Weiters wird meistens zuerst eine schockierende Nachricht ins Spiel gebracht, zum Beispiel, ein Angehöriger sei in einen Unfall verwickelt; in der Nähe sei eingebrochen worden und die Einbrecher hätten noch weitere Opfer im Fokus; es sei festgestellt worden, dass sich am Computer kinderpornografisches Material befindet. Diese emotional destabilisierende Information wird dann auch mit erheblichem Zeitdruck verknüpft. So geben die Täter den Opfern oft nur wenige Stunden Zeit um das vorgebliche Übel durch eine Zahlung abzuwenden.

Ein weiterer Aspekt ist, dass viele Betrugsmaschen auf individuelle Begierden und Bedürfnisse der potenziellen Opfer abzielen. So z. B. wird beim „Liebes-Betrug („Love- oder Romance-Scamming“) bewusst mit den Gefühlen und dem Wunsch nach Partnerschaft und Intimität gespielt.

Der beste Schutz gegen Betrug ist es Ruhe zu bewahren. Wurde man betrogen, sollte man kurz durchatmen und schnellstmöglich die Polizei kontaktieren.
Der beste Schutz gegen Betrug ist es Ruhe zu bewahren. Wurde man betrogen, sollte man kurz durchatmen und schnellstmöglich die Polizei kontaktieren.Foto: Symbolbild: Pixabayhochgeladen von Philip Steiner

Ruhe bewahren und adäquat reagieren

Am wichtigsten ist laut den Beamten, kritisch zu sein, also nicht alles zu glauben und sich auch nicht zu leicht einschüchtern zu lassen. Vertrau auf dein Bauchgefühl und stell dir selbst kritische Fragen, wie „Warum soll gerade ich dieser Glückspilz sein der so viel Geld gewinnt?“ oder „Ruft die Polizei wirklich jemanden an und verlangt Geld?“. Am besten brichst du das Gespräch ab, sobald dir etwas komisch vorkommt,
Wichtig ist auch sich wirklich Zeit zu nehmen und sich möglichst nicht überrumpeln zu lassen.

Ein heißer Tipp von der Redaktion der RegionalMedien Salzburg:
Heb bei Anrufen, bei denen dir entweder die Nummer nicht bekannt ist oder die Nummer merkwürdige Eigenschaften (zum Beispiel, ausländische Vorwahl, sehr viele Ziffern) aufweist, zuerst einmal nicht ab. Stattdessen solltest du die Nummer googeln. Es gibt mittlerweile sehr viele online Datenbanken in denen User betrügerische Telefonnummern melden und bewerten können. In vielen Fällen findest du die Nummer über Google wenn es ein Betrugsversuch ist. Auch Umfrageinstitute, Mobilfunkanbieter und NGOs sind oft in diesen Datenbanken gelistet – was manchmal auch sehr praktisch ist. 

Aufmerksam bleiben ist das Gebot der Stunde.
Aufmerksam bleiben ist das Gebot der Stunde.Foto: Symbolbild: Pixabayhochgeladen von Philip Steiner

Sollte dir bereits ein Schaden entstanden sein, dann ruf schnell die örtliche Polizeidienststelle an und erstatte eine Anzeige. Hast du Bank- oder Kreditkartendaten einem Betrüger oder Erpresser bekannt gegeben, solltest du sofort die betroffenen Bankkarten oder Kreditkarten sperren lassen und unverzüglich Rücksprache mit der Bank oder dem Kreditkarteninstitut halten.

Empfehlenswerte Recherche- und Informationsplattformen sind www.watchlist-internet.at (alles zum Thema Internet-Betrug, Fallen und Fakes) und www.fma.gv.at (Homepage der Finanzmarktaufsicht: Hier abrufbar die aktuellen Investorenwarnungen und die Unternehmensdatenbank).