Erste Schritte in Österreich: Hilfe und Unterstützung für Flüchtlinge aus der Ukraine

Zunächst müssen sich Schutzsuchende bei einer der Erfassungsstellen registrieren. Foto: HELMUT FOHRINGER / APA / picturedesk.com

Für geflüchtete Menschen aus der Ukraine, die in Österreich bleiben möchten, gibt es bundesweit Registrierung- und Anlaufstellen. Hier eine Übersicht der wichtigsten Informationen rund um Aufenthaltsrecht, Krankenversicherung und den Zugang zum Arbeitsmarkt.

ÖSTERREICH. Vertriebene Menschen aus der Ukraine haben ein vorübergehendes Aufenthaltsrecht in Österreich. Dieses Aufenthaltsrecht gilt derzeit bis 3. März 2023 und kann gegebenenfalls verlängert werden.

Personen, die Schutz suchen, können sich bei ihrer Ankunft in Österreich an die Hotline der Bundesagentur für Betreuungs- und Unterstützungsleistung (BBU) wenden. Diese ist unter der Nummer +43 1 2676 870 9460 erreichbar und wird rund um die Uhr durch mehrsprachiges Personal betreut. 

Notfallquartiere in Österreich

Wer nach dem Ankommen ein erstes Notfallquartier sucht, kann sich österreichweit bei den folgenden Ankunftszentren melden:

Humanitäres Ankunftszentrum Wien: Sport- und Fun-Halle Leopoldstadt, Engerthstraße 267 – 269, 1020 Wien, Sieben Tage die Woche rund um die Uhr geöffnet
Humanitäres Ankunftszentrum Niederösterreich: Schulzentrum, Raxstraße 17, 2700 Wiener Neustadt, geöffnet von 08.00 bis 16.00 Uhr
Humanitäres Ankunftszentrum Steiermark: Messehalle D, Messeplatz 1, 8010 Graz, rund um die Uhr geöffnet
Humanitäres Ankunftszentrum Salzburg: Messehalle 4, Am Messezentrum 1, 5020 Salzburg, rund um die Uhr geöffnet
Humanitäres Ankunftszentrum Tirol: Haus Marillac, Sennstraße 3, 6020 Innsbruck, rund um die Uhr geöffnet 

Die Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel ist für vertriebene Menschen aus der Ukraine in Österreich übrigens kostenlos.

Der Weg zum vorübergehenden Aufenthaltsrecht

Im ersten Schritt ist es notwendig, dass du dich bei den Erfassungsstellen der Landespolizeidirektionen oder besonderen Aufnahme- oder Registrierungszentren registrieren lässt. Das ist Voraussetzung für den Erhalt des „Ausweises für Vertriebene“, also den Erhalt des vorübergehenden Aufenthaltsrechts in Österreich. Ein Antrag auf Asyl ist nicht notwendig. Hier kommst du zu einer Liste mit den Adressen aller Erfassungsstellen in ganz Österreich.

Soweit vorhanden, sollten zur Erfassung folgende Dokumente mitgebracht werden:

  • Reisepass
  • Geburtsurkunde, Heiratsurkunde, andere Personenstandsdokumente
  • Sonstige Identitätsdokument, etwa Personalausweis, Führerschein, Aufenthaltstitel etc.

Zugang zu Grundversorgung und Krankenversicherung

Diese Registrierung ist auch Voraussetzung für den Zugang zu Krankenversorgung sowie die Inanspruchnahme von Leistungen der Grundversorgung in Österreich. Im Rahmen der Grundversorgung wird neben der Bereitstellung von Unterkünften und Verpflegungsleistungen ebenso die medizinische Versorgung sichergestellt. Dieser Antrag kann im Anschluss beim jeweiligen Bundesland eingereicht werden kann, in dem der Wohnsitz gemeldet wurde. In einzelnen Ankunftszentren ist die Beantragung der Grundversorgung direkt in Anschluss an die Registrierung vor Ort möglich.

Im Zuge der Registrierung wird auch automatisch eine Versicherungsnummer vergeben und die Anmeldung zur Krankenversicherung durchgeführt. 

Zugang zum Arbeitsmarkt

Personen mit einem Aufenthaltsrecht für Vertriebene stehen alle Sektoren des Arbeitsmarkts offen. Dafür wird aber eine Beschäftigungsbewilligung benötigt. Diese Beschäftigungsbewilligung kann sowohl durch den potenziellen Arbeitgeber als auch im Falle der aktiven Vermittlung durch das Arbeitsmarktservice (AMS) erteilt werden.

Aus der Ukraine geflüchtete Menschen können sich mit dem „“Ausweis für Vertriebene“  beim AMS als arbeitssuchend registrieren. Das AMS ist die öffentliche Arbeitsmarktverwaltung in Österreich und unterstützt bei der Arbeitssuche. Das AMS informiert über Jobangebote, hilft mit Deutschkursen und sonstigen Qualifizierungen, die du benötigst. Komm nach Möglichkeit mit einer Person die das Gespräch übersetzen kann. Weitere Informationen auf Ukrainisch, Englisch und Deutsch und alle Adressen der AMS- Geschäftsstellen findest du auf der Webseite des AMS. 

Die BBU hat ebenfalls eine mehrsprachige Website mit wichtigen Informationen für Ukraine-Vertriebene eingerichtet, auf der weitere Informationen erhältlich sind.