Kinder aus der Ukraine sind ab September schulpflichtig

Foto: Gabriele Paar/Privatschulen der Erzdiözese Wien

In gut einem Monat gehen in Österreich die Sommerferien zu Ende. Dann heißt es für Kinder und Jugendliche wieder Schulbank drücken – auch für Kinder und Jugendliche, die aus der Ukraine zu uns gekommen sind. Sie sollen auch weiterhin bestmöglich in unser Schulsystem aufgenommen werden. 

ÖSTERREICH. Bisher konnten rund 11.000 junge Ukrainerinnen und Ukrainer in das österreichische Schulsystem integriert werden. Das zuständige Ministerium rechnet damit, dass die Zahl im kommenden Schuljahr auf bis zu 50.000 steigen könnte. Genaue Prognosen seien aber schwierig, sagt Bildungsminister Martin Polaschek in einer Pressekonferenz am Donnerstag. Bei dieser Gelegenheit lobt er außerdem die Hilfsbereitschaft der Österreicherinnen und Österreicher. 

Ab September gilt für alle die österreichische Schulpflicht

Ab dem kommenden Schuljahr gibt es für ukrainische Kinder und Jugendliche eine große Änderung. Für sie kommen dann die Bestimmungen der österreichischen Schulpflicht voll zur Anwendung. Bisher war es so, dass viele von ihnen über Distance Learning auf der Ukraine unterrichtet wurden. Das ist ab September nicht mehr möglich. Außerdem geht der Minister davon aus, dass es immer schwieriger werden wird, den Unterricht aus dem Kriegsland anzubieten.

Unternehmen bietet Endgeräte an

Onlineunterricht aus der Ukraine kann in Zukunft nur noch zusätzlich zur Schulpflicht in Anspruch genommen werden. Dafür wird das Angebot an Deutsch-Förderklassen weiter ausgebaut. Und über die Website weiterlernen.at werden Laptops, Tablets, Computer und Smartphones für den Unterricht zur Verfügung gestellt.

Foto: Gerhard Langmann

Zahl der Sozialarbeiter verdoppelt

Bisher wurden bereits 211 Förderklassen zum Lernen der deutschen Sprache eingerichtet. Und auch das sogenannte Buddy-System wird laut Bildungsminister Polaschek gut angenommen. Dieses ermöglicht, dass Jugendliche aus Österreich und der Ukraine einfach miteinander in Kontakt treten können. Das soll den Geflüchteten die Integration in unsere Gesellschaft so einfach wie möglich machen. Zusätzlich dazu wird die Zahl der Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter von 120 auf 240 aufgestockt. Menschen aus der Ukraine sollen außerdem über Sonderverträge als Psychologinnen und Psychologen, Kinderbetreuerinnen und Kinderbetreuer und zum Unterrichten von Freigegenständen angestellt werden. 

Zeugnisse müssen anerkannt werden

Jetzt gehe es darum, dass die Zeugnisse der schulpflichtigen Ukrainerinnen und Ukrainer rasch anerkannt und in unser System eingegliedert werden, sagt Polaschek bei der Pressekonferenz am Donnerstag. Für Jugendliche, für die keine Schulpflicht mehr besteht, wurden bereits Übergangslehrgänge geschaffen. All diese Maßnahmen werden laufend evaluiert und angepasst, bestätigt der Bildungsminister. 

Studiengebühren für Ukrainer entfallen

Auch an Universitäten wurden bereits mehrere Maßnahmen gesetzt. So müssen Studierende aus der Ukraine bei uns keine Studiengebühren bezahlen. Zusätzlich dazu wurden bereits rund 300 Stipendien ausgeschüttet, weitere Anträge werden gerade noch bearbeitet. Sollte der Bedarf steigen, könne auch hier das Angebot weiter ausgebaut werden, so Polaschek. An der Uni Graz gibt es eine eigene Website, die Ukrainerinnen und Ukrainer über das Studienangebot informiert. Die TU Wien stellt ukrainischen Studierenden Räume und Infrastruktur wie WLAN zur Verfügung. Damit können die Betroffenen ihr Studium in ihrer Heimat online weiterführen.