MusikKultur- Pussy Riot: „We say NO to Putins‘ fuckin‘ war!“ 

Auf der Bühne der Alten Gerberei: Pussy Riot mit Frontfrau Marija Aljochina (Mi.). Foto: Klaus Kogler

Sensations-Gastspiel der Pussy Riots in St. Johann; klare Statements gegen Putin und Ukraine-Krieg.

St. JOHANN. Der Musik Kultur St. Johann gelang ein Coup mit dem einzigen Österreich-Auftritt der russischen Punkerinnen von „Pussy Riot“ im Rahmen ihrer Europatournee.

„Das Konzert hätte ja viel früher stattfinden sollen, es gab dann aber 2020 und 2021 aus diversen Gründen (u. a. Corona) drei Verschiebungen. Zum jetzigen Zeitpunkt angesichts des Ukraine-Kriegs hat das Konzert natürlich noch mehr Brisanz und Aufmerksamkeit. Wir waren mit dieser Situation fast überfordert, jetzt geht der Auftritt aber endlich in Szene und alles passt“, so MuKu-GF Hans Oberlechner.

„We stand with Ukraine. We are Russians and we say No to Putins‘ fuckin‘ war“, so die programmatische Ansage der Sängerin zum Abschluss der umjubelten Performance in der bis auf den letzten Platz gefüllten Gerberei. Foto: Kogler

Flucht von Marija

Zusätzliche Aktualität und Brisanz erhielt der Auftritt durch die spektakuläre Flucht von Frontfrau und Riots-Mitbegründerin Marija Aljochina aus Russland. Verkleidet als Essenslieferantin schaffte sie es über die Grenze nach Litauen. Sie war wegen Aufrufen zu Demonstrationen gegen die Inhaftierung von Kreml-Gegner Alexej Nawalny im Gefängnis gewesen. Nun führt Aljochina die aktuelle, neue Besetzung der Band bei der Tournee an.

Aljochina war bereits nach dem legendären „Punk-Gebet“ in einer Kirche in Moskau im Straflager gewesen. Der Auftritt gegen die Allianz von Kirche und Staat dauerte nur 41 Sekunden, machte die Gruppe aber weltbekannt.
Aktuell richtet sich ihre Kritik (neben jener an Putin, der orthodoxen Kirche, fehlenden Rechten, Unterdrückung uvm.) auch gegen den Krieg Russlands (resp. Putins) in der Ukraine.

Protest an repressiven Zuständen

Konzert bzw. Performance haben den Protest der Pussy Riots an den repressiven Zuständen in ihrem Heimatland zum Inhalt; zur Sprache kommen diverse Inhaftierungen von Mitgliedern des zwölfköpfigen Kollektivs, die Beschneidung der Bürgerrechte in Putins Russland, die Zustände in den Straflagern (erlebt am eigenen Leib) – und zuletzt natürlich die Verurteilung des Ukraine-Einmarschs Putins.

Pussy Riot wurde 2011 gegründet. Die Punkrock-Band aus Moskau mit ihren stilgebenden Sturmhauben setzen sich für feministische Themen ein, sind regierungs- und kirchenkritisch und stehen in starker Opposition zum „Diktator“ Putin. Neben Aljochina zählen Jekaterina Samuzewitsch und Nadeschda Tolokonnikowa zum Kern der Gruppe.