Integration am steirischen Arbeitsmarkt ist voll angelaufen

Die Ukraine-Flüchtlinge haben praktisch freien Zugang zum Arbeitsmarkt, sie brauchen nur eine Beschäftigungsbewilligung, die im Rahmen der blauen Karte innerhalb weniger Stunden erteilt werden kann. Foto: Marie O.

Knapp 6.000 Menschen, die aus der Ukraine geflüchtet sind, sind inzwischen in der Grundversorgung Steiermark erfasst. Viele davon sind bereits auf der Suche nach Arbeit, die Integration am steirischen Arbeitsmarkt läuft bereits auf Hochtouren wie das AMS Steiermark heute berichtete, über 200 Menschen haben bereits Arbeit gefunden.

STEIERMARK. „Auch im AMS ist die Eingliederung der ukrainischen Staatsangehörigen bereits voll im Gange“, erklärt AMS-Geschäftsführer Karl-Heinz Snobe im Zuge des heutigen Ukraine Lageberichts vom Land Steiermark. 229 Ukrainerinnen und Ukrainer seien schon beim AMS gemeldet, 100 davon allein in Graz. Aber auch in den anderen insgesamt 15 steirischen Geschäftsstellen sei man mit der Eingliederung beschäftigt. „Die meisten sind Frauen, die sich in einem ersten Schritt noch um einen Sprachkurs bemühen“, schildert Snobe.

Rund 230 Ukrainerinnen und Ukrainer werden aktuell in den steirischen AMS-Geschäftsstellen betreut, "täglich werden es mehr", berichtet AMS-Geschäftsführer Karl-Heinz Snobe.
Rund 230 Ukrainerinnen und Ukrainer werden aktuell in den steirischen AMS-Geschäftsstellen betreut, „täglich werden es mehr“, berichtet AMS-Geschäftsführer Karl-Heinz Snobe. Foto: AMS

Der Weg zur Beschäftigungsbewilligung

Die Erteilung der Beschäftigungsbewilligungen gehöre bereits zum Tagesgeschäft. „Das ist an sich auch nur eine Frage weniger Stunden“, wie der AMS-Chef schildert. Basis sind die blauen Karten (siehe Info unten), die alle Ukrainer:innen, die nach Österreich kommen, ausgestellt werde. Mit diesen Ausweisen erhalten die Flüchtlinge einen neuen Identitätsnachweis und damit auch ein vorübergehendes Aufenthaltsrecht in Österreich. 74 Beschäftigungsbewilligungen sind laut Snobe bis dato in der Steiermark ausgestellt worden. Für die Steiermark wird die Zahl der Ukraine-Geflüchteten, die im Besitz einer blauen Karte sind, auf 2.000 und 3.000 geschätzt. 

Gefragte Branchen, offene Angebote

Rund 250 steirische Unternehmen haben dem AMS die Bereitschaft signalisiert, Stellen für die Ukrainer:innen zur Verfügung stellen zu wollen. Obwohl vielfach eine gute Grundqualifikation gegeben sei, stelle die Sprachbarriere ein großes Hemmnis dar, daher ist „natürlich der Hilfs- und Anlernbereich besonders gefragt, von der Produktion bis hin zur Gastronomie. Das Interesse der steirischen Wirtschaft ist groß“, freut sich Snobe. 430 Jobangebote seien bisher eingemeldet worden.

Besonders niederschwellig und schnell zu vermitteln sind unter anderem Jobangebote in der Gastronomie.
Besonders niederschwellig und schnell zu vermitteln sind unter anderem Jobangebote in der Gastronomie. Foto: pixabay/Free-Photos – Symbolbild

Informationen zum Zuverdienst

Zusätzlich zur Grundversorgung kann ein bestimmter Betrag pro Monat dazuverdient werden, ohne dass dies eine Auswirkung auf die Grundversorgung hat. Dieser Freibetrag beträgt pro Monat pro Verdiener:in 110 Euro, pro Angehörigen 80 Euro. Als Basis ist immer ein Zwölftel des Jahres-Brutto-Einkommens heranzuziehen.

Wenn jemand mehr verdient, dann werden davon die Freibeträge abgezogen. Die Differenz zwischen dem Anspruch aus den fließenden Mitteln der Grundversorgung und dem anrechenbaren Einkommen wird weiter ausbezahlt. Auch Bekleidungsbeihilfe und Unterstützung für den Schulbedarf bleiben bei der Berechnung unberücksichtigt.

Beispiel:

Verdienst aus einem Job 400 Euro
eine Person mit zwei Angehörigen (die Oma und ein Kind): Hier beträgt der Freibetrag 110 Euro, plus 2×80 Euro – somit 270 Euro Freibetrag. Das anrechenbare Einkommen beträgt daher 130 Euro.
Die Grundversorgung für diese Familie beträgt daher 730 Euro (2x 200 Euro Verpflegsgeld für EW plus 90 Euro Verpflegsgeld für 1 Kind plus 240 Euro Mietunterstützung.

Weiterführende Informationen:
Erhalt der blauen Karte
Zebra: Anlaufstelle für Menschen mit im Ausland erworbenen Qualifikationen für die Anerkennung