Trainer für Deutschkurse werden dringend gesucht

Personen, die Deutsch unterrichten können, dürfen und wollen werden dringend gesucht, um die Ukrainerinnen und Ukrainer bei der Integration zu untersützen. Foto: mariakarabella/panthermedia

Im Zuge eines Online-Pressegesprächs des Landes Steiermark zur aktuellen Lage der Ukrainehilfe war am Mittwoch die Integration von Vertriebenen durch Lernen der Sprache Thema. Das vorhandene Angebot an Deutschkursen werde derzeit gut angenommen. Um den steigenden Bedarf decken zu können, werden aber dringend Trainerinnen und Trainer gesucht. 

GRAZ/STEIERMARK. 7.333 Menschen aus der Ukraine wurden seit Mitte Februar (Stand 18. Mai) in der Steiermark polizeilich erfasst. Wie die Geflüchteten nun durch das Erlernen der Sprache in die Gesellschaft integriert werden können, das war Thema des Online-Pressegesprächs „Lagebild Ukrainehilfe“. Denn Sprachkenntnisse erleichtern nicht nur die Teilhabe an der Gesellschaft, sondern sind zudem wichtige Voraussetzung um in der Arbeitswelt Fuß zu fassen. 

Für die Organisation der Deutschkurse ist der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) zuständig. Vertriebene aus der Ukraine können mit Erhalt der Aufenthaltskarte einen Termin für ein Einstufungsgespräch im ÖIF-Integrationszentren in ihrer jeweiligen Landeshauptstadt vereinbaren und erhalten im Anschluss je nach Sprachniveau einen passenden Deutschkurs. Die Teilnahme ist kostenlos.

Mein Weg zum Deutschkurs: Hier findest du die nötigen Informationen auf Deutsch und Ukrainisch!

Seit 16. März 2022 erfolgt in der Messhalle D in Graz die Registrierung von Flüchtlingen aus der Ukraine. Nun gilt es, die große Nachfrage an Deutschkursen zu decken.
Seit 16. März 2022 erfolgt in der Messhalle D in Graz die Registrierung von Flüchtlingen aus der Ukraine. Nun gilt es, die große Nachfrage an Deutschkursen zu decken.Foto: Land Steiermark/Robert Binder

Nachfrage nach Deutschkursen steigt

„Aktuell sind in der Steiermark rund 900 Personen in ÖIF-geförderten Kursen. Bisher gibt es mehr als 190 Kursanmeldungen durch ukrainische Vertriebene in der Steiermark, die Zahl der Einstufungstests, die absolviert werden, wächst stetig“, so die steirische ÖIF-Leiterin Sabine Džalto. Der Großteil der Ukrainerinnen und Ukrainer werde laut Ansicht der Expertinnen und Experten mit noch kaum vorhandenen Deutschkenntnissen mit den A1 Kursen beginnen müssen. In der Steiermark rechnet man bis zum Jahresende mit der Nachfrage nach weit mehr als 2.000 Schulungsplätzen

Unterstützung gibt es etwa von Seiten des BFI. „Sieben Gruppen – zu je rund 15 Teilnehmenden – haben ihre Ausbildung bei uns schon begonnen, sechs weitere Gruppen starten noch im Mai. Bis Ende des Jahres werden wir rund 1.200 Kursplätze vergeben“, meint dazu Hans Peter Zankl vom BFI Steiermark

Das Angebot an Deutschkursen für Vertriebene aus der Ukraine soll laufend erweitert werden.
Das Angebot an Deutschkursen für Vertriebene aus der Ukraine soll laufend erweitert werden.Foto: lightpoet/panthermedia

Trainerinnen und Trainer gesucht

Um die steigende Nachfrage nach Deutschkursen auch decken zu können, werden dringend Personen gesucht, „die Deutsch unterrichten können, dürfen und wollen„, so die Expert:innen im Zuge des Pressegesprächs. Ihr Appell richtet sich insbesondere an pensionierte Deutsch-Lehrende, die künftig als Trainerinnen und Trainer im Einsatz sein könnten. 

Ergänzend zu den Kursen bei Kursträgern bietet der ÖIF kostenlose Online-Deutschkurse an: Von Montag bis Freitag finden täglich Kurse auf den Sprachniveaus A1, A2 und B1 statt, an denen man einfach und ortsunabhängig per Computer, Tablet oder Handy teilnehmen kann.
Das gesamte Angebot findest du hier: www.sprachportal.at 

Weitere Informationen zum Integrationsfonds Steiermark findest du hier!