Ukrainehilfe Steiermark: Land bietet vielseitige Flüchtlings-Unterstützung

In einer eigens eingerichteten Spielecke kümmern sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kinderfreunde um die kleinen Gäste aus der Ukraine. Foto: Land Steiermark/Binder

Mehrere Organisationen sind in der Steiermark an der Integration von Ukraine-Flüchtlingen involviert. In einem Online-Pressegespräch am 1. Juni wurde ein Lagebild  der Ukrainehilfe präsentiert.

GRAZ. Seit dem Beginn der Kriegshandlungen in der Ukraine Ende Februar und der Eröffnung des Ankunftszentrums in Graz am 16. März sind verschiedenste Organisationen an der Integration von Vertriebenen in der Steiermark involviert. Beim Online-Pressegespräch „Lagebild Ukrainehilfe“ waren Verantwortungsträgerinnen und Verantwortungsträger zu Gast, um über die aktuellen Entwicklungen in unterschiedlichen Bereichen Auskunft zu geben.

Das Rote Kreuz kümmert sich im großen Aufenthaltsraum um die geflüchteten Menschen.
Das Rote Kreuz kümmert sich im großen Aufenthaltsraum um die geflüchteten Menschen. Foto: Land Steiermark/Robert Binder

Ein Punkt: Christopher Pieberl (Flüchtlingskoordinator des Landes), Alexandra Köck (Geschäftsführerin Zebra), Sabina Džalto (Österreichischer Integrationsfonds), Bettina Schifko (Abteilungsleiterin Asyl und Integration der Caritas) und Karl-Heinz Snobe (Landesgeschäftsführer Arbeitsmarktservice Steiermark) sind sich einig, dass es nach der erfolgten Erstaufnahme jetzt gemeinsame Kraftanstrengungen zur professionellen Integration braucht.

Integration ist angelaufen

7.572 Flüchtlinge aus der Ukraine (69 Prozent Frauen, 25 Prozent Kinder unter 14 Jahren) wurden laut Flüchtlingskoordinator Pieberl bis dato in der Steiermark polizeilich erfasst, 6.734 erfüllten die Voraussetzungen für eine Aufnahme in die Grundversorgung. Die Integration in den Arbeitsmarkt ist angelaufen, AMS-Landesgeschäftsführer Snobe ortet zur Zeit große Nachfrage von Betrieben an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die Arbeitslosenzahl ist mit 25.800 aktuell bemerkenswert niedrig.

Mit einem erweiterten Angebot an Sprachkursen soll die gesellschaftliche und soziale Integration insbesondere von Ukrainerinnen und Ukrainer gefördert werden. Von Kriegshandlungen und Vertreibung traumatisiert legt man in der Steiermark – aufgrund der großen Nachfrage – auch großen Wert auf die psychologische Betreuung der Menschen.

„Die Betreuung von geflüchteten Menschen aus der Ukraine seitens des AMS Steiermark läuft auf Hochtouren: Bei der von uns in der Vorwoche initiierten Jobmesse in Kooperation mit der WKO durften wir uns über einen großen Andrang freuen – mehr als 400 interessierte Ukrainerinnen und Ukrainer nutzten die Chance, mit 25 heimischen Betrieben in Kontakt zu treten und sich über deren offene Stellen zu informieren. Insgesamt haben mehr als 300 Unternehmen mit 500 vakanten Positionen uns gegenüber die Bereitschaft erklärt, Ukrainerinnen und Ukrainer einzustellen.“
Karl-Heinz Snobe, Landesgeschäftsführer AMS

Psychotherapie wichtig

Alexandra Köck, Geschäftsführerin Zebra: „Die steigende Nachfrage nach psychologischer Beratung und Psychotherapie können wir dank unserer Erfahrung in der Erstsprache oder mittels Dolmetscherinnen und Dolmetscher in der ganzen Steiermark erfüllen – unser Angebot nehmen Menschen aus allen Altersklassen in Anspruch.“

Helferinnen und Helfer der Caritas helfen auch mit süßen Kleinigkeiten aus.
Helferinnen und Helfer der Caritas helfen auch mit süßen Kleinigkeiten aus. Foto: Land Steiermark/Robert Binder

Seitens der Caritas unterstreicht Schifko den veränderten Fokus der Arbeit: „Wir begleiten seit Beginn nicht nur die Ankunft, sondern auch die ersten Schritte zur Integration. So betreuen wir steiermarkweit über die Regionalbetreuung im Auftrag des Landes alle Personen, die in die Grundversorgung aufgenommen worden sind.“

Deutschkurs-Angebot

Besonders gefordert ist der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF): Integrationsmaßnahmen sind bereits seit März im Laufen, zu Beginn wurde das Deutschkurs-Angebot auch für Ukrainerinnen und Ukrainer geöffnet. Mittlerweile wurden allein in der Steiermark mehr als 150 zusätzliche Kurse mit über 2.000 Plätzen geschaffen. Zudem organisieren wir regionale Beratungen, mittlerweile wurde auch ein eigenes Buddy-System für die Vertriebenen eingerichtet“, so Džalto, Leiterin des Integrationszentrums Steiermark.

„Seit Kurzem gibt es auch einen Fördercall für ehrenamtliche Projekte: Mit diesen Förderungen wollen wir individuelle zivilgesellschaftliche Initiativen unter die Arme greifen. Die ersten Einreichungen sind sehr vielversprechend“, fügt sie hinzu.

Gleich nach der Ankunft in Graz erfolgt die Datenerhebung.
Gleich nach der Ankunft in Graz erfolgt die Datenerhebung. Foto: Land Steiermark/Robert Binder

Allgemeine Informationen

Ein Informationsblatt für Vertriebene aus der Ukraine bietet das BFA auf Deutsch und Ukrainisch an. Weitere Infos des BFA zum Download findet man hier.

Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten in der Steiermark sind unter www.ukrainehilfe.steiermark.at zu finden. Meldungen über freie Quartiere in der Steiermark können per E-Mail an grundversorgung@stmk.gv.at gerichtet werden.
Das Land Steiermark sucht Gasteltern für minderjährige Flüchtlinge. Meldungen bitte per E-Mail an kinderundjugendhilfe@stmk.gv.at.
Die Hotline des Landes Steiermark zur Ukrainehilfe unter der Telefonnummer +43 800 201010 steht an sieben Tagen in der Woche zur Verfügung.
Notfallnummer (Deutsch und Ukrainisch) des österreichischen Innenministeriums: +43 1 2676 870 9460 (erreichbar von 8 bis 20 Uhr).