Große Hilfsbereitschaft im Bezirk Landeck

Im Bezirk Landeck macht sich eine große Welle der Hilfsbereitschaft für die Leidtragenden des Krieges in der Ukraine breit. Unter anderem werden Vorbereitungen für die Aufnahme von Flüchtlingen getroffen und die Annahme von Sachspenden durch die Feuerwehren geregelt.

BEZIRK LANDECK (sica). Durch den Krieg in der Ukraine sind unzählige Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Um bestmöglich für eine Hilfe vor Ort vorbereitet zu sein, werden im Bezirk Landeck bereits ukrainisch- und russischsprechende Personen gesucht und eine Liste von potenziellen Helfern wird erstellt. Von den Feuerwehren im Bezirk werden Sachspenden gesammelt, die Organisation von möglichen Unterkünften erfolgt über das Land Tirol. 

Vorbereitungen werden getroffen

Der Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine erschüttert die Welt. Millionen Menschen sind laut Caritas schon jetzt dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen, darunter tausende Kinder im Osten der Ukraine. Was sicher ist: Je länger der Krieg dauert, desto mehr Menschen benötigen Hilfe. „Wir wissen nicht wie sich die nächsten Tage und Woche entwickeln, aber wir wollen auch im Bezirk Landeck schon jetzt bestmöglich vorbereitet sein“, betont Waltraud Handle vom Freiwilligenzentrum im Bezirk Landeck.

„Darum sind wir auf der Suche nach ukrainisch- und auch nach russischsprechenden Personen im Bezirk Landeck. Das Niveau der Sprachkenntnisse ist dabei nicht so wichtig, jeder der die Sprache irgendwie beherrscht ist nützlich. Aber auch alle anderen Personen, die sich freiwillig engagieren möchten, um Menschen, die aus der Ukraine geflüchtet sind – bei Bedarf – zu unterstützen, können sich gerne bei mir melden“, betont Waltraud Handle. Es werde eine Liste von „Hilfswilligen“ erstellt, um im Bedarfsfall schnell darauf zurückgreifen zu können und für viele Eventualitäten gerüstet zu sein. Wer die benötigten Sprachkompetenzen hat und sich engagieren möchte kann sich unter 05442/67804 oder info@regiol.at bei Waltraud Handle melden. 

Waltraud Handle: „Wir wissen auch nicht, wohin die Flüchtlinge gebracht werden und wie viele wirklich kommen. Aber wir sollten auch im Bezirk Landeck gerüstet sein, wenn diese Menschen kommen und Hilfe benötigen.“

Unterkünfte werden zentral organisiert

Im Bezirk Landeck macht sich eine große Welle der Hilfsbereitschaft bemerkbar, viele sind auch bereit, Flüchtlingen eine Unterkunft zu bieten. Die Organisation dieser wird allerdings zentral geregelt.

„Bei mir haben sich schon Leute gemeldet, die Flüchtlinge aufnehmen können und möchten. Es ist allerdings schwierig, kleinstrukturiert die Unterbringungsmöglichkeiten mit dem tatsächlichen Bedarf zu koordinieren. Die Suche von Wohnmöglichkeiten wird deshalb zentral geregelt“, berichtet beispielsweise der Bürgermeister der Stadt Landeck, Herbert Mayer. „Wenn es allerdings das Erfordernis gibt, bei der Koordination mitzuhelfen, sind wir natürlich sofort bereit, das zu unterstützen!“. 

Unterkunftsangeboteüber 150 Betten sind also weiterhin an die Bundesagentur für Betreuungs- und Unterstützungsleistungen zu richten (www.bbu.gv.at / nachbarschaftsquartier@bbu.gv.at), bis 150 Betten ist eine Meldung direkt in Tirol möglichunterkunft.ukraine@tirol.gv.at.

Sachspenden werden von Feuerwehren gesammelt

Ebenfalls einheitlich koordiniert wurde nun die Sammlung von Sachspenden in TirolBestimmte Hilfsgüter können am 12., 19. und 26. März von 9 bis 11 Uhrbei den örtlichen Feuerwehren/Feuerwachen in den Gemeinden des Bezirkes abgegeben werden. Unterstützt wird diese vom Land Tirol und vom Landesfeuerwehrverband organisierte Sammelaktion auch vonseiten des Alpenvereins Tirol, der Naturfreunde Tirol und der Tiroler Bergrettung. 

„Die Hilfs- und Spendenbereitschaft und das Engagement in Tirol für die Menschen in der Ukraine ist ungebrochen und überwältigend. Dafür wollen wir seitens des Landes einmal mehr Danke sagen. Bis dato wurde gebeten, den Fokus vor allem auf Geldspenden zu legen und Sachspenden vorerst aufzubewahren, bis eine koordinierte Abwicklung möglich ist. Dies ist nun der Fall – wir bitten die Tirolerinnen und Tiroler, für Sachspenden das zentrale Angebot der örtlichen Feuerwehren zu nutzen. Wichtig ist, dass gespendet wird, was wirklich gebraucht wird: Das sind derzeit vor allem Hygieneartikel für Erwachsene und insbesondere Babys“, betont Bernd Noggler vom Sonderstab Ukraine, der seitens des Landes angesichts der Ukraine-Krise eingerichtet wurde und regelmäßig tagt. „Es wird in weiterer Folge auch möglich sein, Sachspenden für jene ukrainischen Flüchtlinge abzugeben, die in Tirol ankommen“, so Noggler. 

Benötigt werden derzeit laut Bundesagentur für Betreuungs- und Unterstützungsleistungen (BBU):

  • ungeöffnete Hygieneprodukte und Babyhygieneprodukte (Windeln, feuchte Tücher, etc.)
  • saubere Einzel-Bettwäsche (keine Doppelbettwäsche; wenn möglich neu, ansonsten gewaschen und verpackt)
  • Schlafsäcke (wenn möglich Winterschlafsäcke)
  • Handtücher (gewaschen und verpackt)

Andere Sachspenden, wie beispielsweise Lebensmittel oder Kleidung und Medikamente, werden im Rahmen dieser Aktion aktuell nicht angenommen – auch bezogen auf Rückmeldungen zum Bedarf aus den Nachbarstaaten der Ukraine, wie Bund und Caritas dem Sonderstab Ukraine des Landes Tirol mitgeteilt haben.

Bürgermeister von Landeck, Herbert Mayer: „Wenn es das Erfordernis gibt, bei der Koordination von Unterkünften mitzuhelfen, sind wir natürlich sofort bereit, das zu unterstützen!“

Infohotline ab sofort erreichbar

Der Sonderstab Ukraine arbeitet auf Hochtouren – vor dem Hintergrund gibt es aktuell auch beinahe stündlich neue Entwicklungen, die kommuniziert werden können. So hat der Sonderstab eine eigene und kostenlose Telefon-Infohotline beauftragt, die ab sofort unter 0800 20 22 66 zu erreichen ist.

„Allen, die Hilfe suchen, und allen, die helfen wollen, geben wir über die Hotline und über die Landeswebsite in ukrainischer und deutscher Sprache Auskunft“, informiert Landeshauptmann Günther Platter. Die Hotline steht von Montag bis Sonntag, auch feiertags, von 8 bis 18 Uhr zur Verfügung. Es können alle Personen anrufen, die Fragen zu Unterkünften, Spenden oder sonstigen Hilfeleistungen haben. Zudem steht die Hotline auch ukrainisch sprachigen Menschen auf der Flucht zur Verfügung, die sich in Tirol aufhalten und Fragen haben. Analog dazu wurde auch die Online-Plattform des Landes Tirol www.tirol.gv.at/ukraine eingerichtet, die wesentliche Informationen für Menschen, die helfen wollen, sowie auch für Menschen, die Hilfe benötigen, beinhaltet. Diese Online-Plattform wird laufend mit den aktuellsten Informationen aktualisiert und erweitert.