Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl in der Ukraine

Die Delegation stattete auch dem Soldatenfriedhof in Lemberg einen Besuch ab. Dort wurden seit Februar 120 neue Gräber ausgehoben, der Platz reiche nicht mehr aus, heißt es. Fotocredit: Katholische Kirche Steiermark

Der steirische Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl hat im Rahmen eines Solidaritätsbesuches gemeinsam mit Erzbischof Franz Lackner der ukrainischen Schwesterkirche in Przemysl und Lemberg einen Besuch abgestattet. 

STEIERMARK/UKRAINE. „Trauer, das Ringen um Vergebung, Zuversicht und Hoffnung“, so fasst die Katholische Kirche Steiermark den Aufenthalt der Geistlichen in dem vom Krieg gezeichneten Land in einer Aussendung in Worte.

„Getragen von Hoffnung und Zuversicht“

Die Synode der griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine musste wegen des russischen Aggressionskrieges ins polnische Przemysl verlegt werden – sechs Kilometer Luftlinie von der Ukraine entfernt. „Mehr als 40 ukrainische Bischöfe versuchten zwei Wochen lang, trotz aller Schwierigkeiten und Nöte gemeinsam dem Heiligen Geist auf der Spur zu sein“, berichtet Bischof Wilhelm, „man war getragen von Hoffnung und Zuversicht. Und wenn das dort möglich ist, dann dürfen wir das erst Recht“. Der Schmerz über die russische Aggression gegen Nation und Menschen sitze tief – dennoch ringe man um  Frieden und Versöhnung. Die Verteidigung der Religion würde auch als Kriegsargument missbraucht werden, heißt es. „Wir wollten ein Zeichen setzen, dass wir Anteil am Schicksal der Menschen in der Ukraine nehmen, dass wir mit ihnen verbunden sind.“
Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl

Die lebendige Stadt Lemberg

In einem erst vor kurzem besiedelten Benediktinerinnenkloster im Süden von Lwiw (Lemberg) traf die österreichische Delegation auf Erzbischof Mieczyslaw Mokrzycki und wurde erstmals mit der Not konfrontiert. „Dutzende Flüchtende sind hier untergebracht, schlafen zusammengedrängt auf Matratzen am Boden“, so die Schilderung und mit demselben Bild wurden Krautwaschl und Lackner im Zentrum „Johannes Paul II.“ konfrontiert. Dort kam vor rund zwei Wochen ein Kind zur Welt , „Leben und Tod liegen in der Ukraine so eng beisammen“, so der steirische Diözesanbischof. Die Begeisterung für das Leben überwiege dort, wie die Katholische Kirche berichtet: So wird etwa von einer vollen Garnisonskirche, in der eine Göttliche Liturgie gefeiert berichtet und auch von „blitzenden Kinderaugen“.

Die Bischöfe Krautwaschl und Lackner bei einem Gottesdienst.

Viel Unterstützung aus Polen

Letztes Ziel der Reise war die polnische Stadt Rzeszów, wo ein Besuch bei Bischof Jan Franciszek Watroba am Programm stand. Die Caritas unterstützt dort Hilfsprojekte für mehr als 100.000 in die Region Geflüchtete und koordiniert die Hilfe direkt in der Ukraine. Seit Jahren gibt es Unterstützung durch die Caritas der Diözese Graz-Seckau. „Die Dankbarkeit über unsere Unterstützung aber auch über unsere Anwesenheit war schon fast beschämend. Die Menschen in der Ukraine hoffen sehr auf den Westen. Wir dürfen sie nicht enttäuschen“, betont der Diözesanbischof.