Wiener Büchereien: Gratis-Büchereikarte für Geflüchtete

In der Hauptbücherei am Urban-Loritz-Platz 2A gibt es einen kleinen Bestand an ukrainischen Büchern. Foto: Alois Fischer

Als Zeichen der Solidarität öffnen die Büchereien der Stadt Wien ihre Pforten für Geflüchtete. Diese können Bücher, Zeitungen und E-Books ab sofort gratis ausleihen.  

WIEN. Die Stadt Wien erweitert ihr Angebot für geflüchtete Menschen aus der Ukraine. Nachdem diese bereits die Öffis gratis nutzen können und auch das Parken mit einem Auto mit ukrainischem Kennzeichen kostenlos ist, können ab sofort ebenfalls die Angebote der Wiener Büchereien ohne Gebühr genutzt werden.

Als Nachweis dient die Karte über den Aufenthaltstitel. Geflüchtete erhalten damit kostenlos eine Büchereikarte und können gebührenfrei Medien in allen 38 Zweigstellen der Büchereien Wien entlehnen. Das gilt auch für die Online-Angebote wie E-Books und nationale wie internationale Zeitungen.

Sprachangebote für Geflüchtete

Geflüchtete Menschen sind im ersten Jahr von der Jahresgebühr der Büchereien befreit. Wenn das Asylverfahren nach einem Jahr noch nicht entschieden ist, kann die Befreiung für weitere zwölf Monate verlängert werden.

Die Büchereien unterstützen Migrantinnen und Migranten sowie Geflüchtete mit kostenlosen Deutschlern-Angeboten: In der Hauptbücherei und den Zweigstellen Wieden und Bildungszentrum Simmering finden moderierte Konversationsrunden für Menschen mit nicht-deutscher Muttersprache statt. In der Hauptbücherei kann außerdem im „Sprachencafé“ Deutsch geübt werden.

Bücherei als Rückzugsort

Darüber hinaus stehen die Büchereien mit ihren Internet-, Lese-, und Lernplätzen auch als konsumfreier Aufenthaltsort allen Besucherinnen und Besuchern auch ohne Büchereikarte zur Verfügung. In der Hauptbücherei (7., Urban-Loritz-Platz 2A) und der Kinderbücherei der Weltsprachen (15., Hütteldorfer Straße 81a) gibt es einen kleinen Bestand an ukrainischen Büchern.

„Als Stadt Wien ist es unsere Verpflichtung den Menschen, die vor Zerstörung und Tod flüchten, Sicherheit zu bieten. Dazu gehört auch, wichtige Angebote in unserer Stadt, wie eben die Büchereien, frei zugänglich zu machen“, sagt dazu Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr (Neos).

„Die Büchereien sind ein Platz für Austausch und Begegnung. Sie sind auch ein sicherer Ort für alle, ein Raum, in dem man für sich und gemeinsam mit anderen zur gleichen Zeit sein kann. Wir hoffen, damit für ein Stück Normalität oder sogar Zerstreuung sorgen zu können und den Geflüchteten aus der Ukraine zu zeigen, dass sie unsere volle Unterstützung haben“, so Bernhard Pöckl, Leiter der Stadt Wien – Büchereien.